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Working out LOUD!

21. August 2023/von Dr. Markus Karbaum

Working out loud ist in erster Linie eine Haltung mit großen Vorteilen. Denn sie macht gute Arbeit sichtbar und beinhaltet als Konzept wertvolle Implikationen für eine erfolgreiche Karriere.

Wer den Begriff noch nie oder nur am Rande gehört hat, dem sei’s verziehen. Erstens wurde die Kernidee von Working out loud – oder WOL – erst im Jahr 2010 von Bryce Williams präsentiert. Und zweitens hat sich das Konzept selbst bei vielen Fach- und Führungskräften jenseits moderner internationaler Konzerne bisher kaum herumgesprochen. Doch seine Prinzipien sind überaus relevant für die Frage, wie wir alle in unserem Berufsleben erfolgreicher agieren können.

Im Wesentlichen ist Working out loud eine Haltung im Berufsleben. Die Kernidee besagt dabei, dass Arbeit erzählt werden und beobachtbar sein soll („laute“ Arbeit). Es reicht eben nicht aus, seine Arbeit sehr gut zu erledigen – andere müssen das auch mitbekommen. Wer sein Licht unter den Scheffel stellt („leise“ Arbeit), braucht sich nicht zu wundern, wenn er von den Führungskräften keine Wertschätzung, keine Gehaltserhöhungen und keine Entwicklungsmöglichkeiten erhält.

Working out loud führt Menschen aus ihrer Komfortzone

Dadurch geht Working out loud einher mit den wesentlichen Anforderungen an gute Selbstvermarktung, insbesondere Personal Branding. Leider sind die meisten Berufstätigen der irrigen Annahme, es sei ausreichend, dass ihre gute Arbeit für sie spricht. Dabei kann Arbeit gar nicht sprechen. Oder sie denken, dass das, was sie leisten, nichts Besonderes sei, und reden deshalb nicht darüber. Egal, was die Ursache ist – die Konsequenzen können fatal sein. Working out loud attackiert damit ganz unmittelbar die Komfortzone, in der sich gerade in Deutschland auch viele leistungsfähige Erwerbstätige befinden.

Noch deutlicher wird das durch die fünf wesentlichen Prinzipien, durch die John Stepper 2015 zu einem weiteren Wegbereiter des Konzepts wurde. Diese sind:

  1. Beziehungen (Relationships)

Viele Menschen investieren viel zu wenig Zeit und Energie in Aufbau, Ausbau und Pflege eines beruflichen Netzwerks. Dies sollte allerdings als eine stetige Aufgabe begriffen werden, solange wir im Berufsleben stehen. Von anderen wahrgenommen zu werden bedeutet, ihnen präsent zu sein, was heute mittels Social Media – vor allem LinkedIn – über räumliche und zeitliche Distanz leichter ist als jemals zuvor. Dadurch eröffnen sich fast schon automatisch berufliche Chancen des sogenannten verdeckten Arbeitsmarktes. Das gleiche gilt für die Kontaktpflege innerhalb des eigenen Unternehmens mit vielen Beschäftigten.

  1. Großzügigkeit (Generosity)

Relevant wird, wer wertvolles Wissen und Informationen teilt. Dadurch erhöhen Berufstätige die Wahrscheinlichkeit, das andere den Kontakt zu ihnen als wertvoll erachten, ihn suchen und pflegen. Wissen als exklusives Gut zu betrachten und sich dadurch einen taktischen Vorteil zu erhoffen, zahlt sich dagegen dauerhaft nicht aus. Aber Vorsicht: Gesprächigkeit ist kein Selbstzweck, schon gar nicht im Bezug auf Tratsch und sensible Informationen. Außerdem kommt es auf die Unternehmenskultur an, ob Hilfsbereitschaft generell praktiziert wird oder so unüblich ist, dass sie von den „lieben“ Kollegen nur ausgenutzt wird.

  1. Sichtbare Arbeit (Visible Work)

Wer seine Arbeit transparent macht, lässt andere daran teilhaben. Nur so schaffen es Berufstätige, dass Kompetenzen und Leistungen mit ihrer Person direkt verbunden werden. Unternehmensintern erhöht sich so die Wahrscheinlichkeit, von anderen konstruktiven Input zu erhalten sowie Fehler, Ineffizienz und doppelte Arbeit zu vermeiden. Außerdem zeigen Berufstätige Aktivität und Engagement, wodurch sie gerade auf Führungskräfte anders wirken, als wenn sie genau diese Eigenschaften nicht wahrnähmen. Das lässt sich vor allem durch wöchentliche Reports sehr effektiv realisieren. Nur sollten dabei keine Belanglosigkeiten berichtet und selbstverständliche Zwischenschritte nicht zu großen Erfolgen aufgebauscht werden.

  1. Zielgerichtetes Erkunden (Purposeful Discovery)

Working out loud sieht sich als Selbstlernmethode, weil es nicht immer einfach ist, das Konzept zu verinnerlichen und zu leben. Außerdem erinnert es daran, laute Arbeit nicht als Selbstzweck zu begreifen, sondern zielgerichtet anzugehen und die Aktivitäten darauf auszurichten. Somit geht es um das Senden bewusster wie konsequenter Botschaften im Austausch mit anderen. Im Kontext eigenständiger Wissensakkumulation erinnert es daran, dass sich jede Person auf ihr individuelles Lernziel fokussieren soll.

  1. Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

Es geht im Wesentlichen um eine Mentalität, die stetige Veränderungen durch Lernen, Offenheit und Austausch mit anderen überaus positiv wertschätzt. Gerade in einem Zeitalter permanenter Veränderungen nicht nur durch Digitalisierung, aber besonders einschneidend durch Künstliche Intelligenz, ist diese Mentalität von unschätzbarem Vorteil für eine erfolgreiche Gestaltung einer gesamten Karriere. Wer dagegen zulange an liebgewonnen Gewohnheiten festhält, könnte ein zu großes Risiko eingehen. Seien Sie also neugierig auf das, was kommt, und sehen Sie dabei in erster Linie Chancen und keine Bedrohungen!

Da sich doch einige Menschen – meist aus recht unterschiedlichen Gründen – schwertun, diese Prinzipien zu verinnerlichen und im Berufsleben umzusetzen, steht am Anfang der Working Out Loud Circle als ein zwölfwöchiges Entwicklungsprogramm mit regelmäßigen Übungen. Wichtig dabei sind die intrinsische Motivation der Teilnehmenden und die Selbstorganisation als Kleingruppe mit maximal fünf Personen. Alternativ kann auch ein regelmäßiger Austausch mit einem versierten Coach dabei helfen, diese neue Haltung zu festigen und entsprechende Gewohnheiten zu entwickeln.


Ihr nächster Schritt zur Umsetzung

Die Dynamiken moderner Arbeitswelten werfen in der beruflichen Praxis oft sehr individuelle Fragen auf. Ganz gleich, ob Sie als Fach- und Führungskraft Ihre nächste Karrierestufe vorbereiten oder als Unternehmen strategische Personalthemen anpacken möchten: Ein neutraler Blick von außen schafft Klarheit.

Lassen Sie uns Ihre aktuelle Situation in einem vertraulichen und unverbindlichen Erstgespräch analysieren. Hier geht es direkt zu meinem Kontaktformular.

Schlagworte: Berlin, Netzwerken, Personal Branding, Veränderungsbereitschaft, Working Out Loud
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https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2023/08/Scream.jpg 308 500 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2023-08-21 05:56:542026-09-25 06:47:51Working out LOUD!
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  1. Vom Vorstellungsgespräch zum Vorstellungen-Gespräch sagt:
    12. Juni 2025 um 6:00 Uhr

    […] an das vierte Prinzip von Working out loud besteht der gesamte Bewerbungsprozess aus zielgerichtetem Erkunden. Denn aus der Annahme Es könnte […]

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