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Am Homeoffice scheiden sich nicht die Geister, sondern die Qualität der Mitarbeiter

18. Mai 2026/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Homeoffice oder Büro? Die platte Gegenüberstellung ist zwar überholt. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, um Chancen zu erkennen und einen dysfunktionalen Einsatz des Homeoffice zu vermeiden.

Vor einigen Wochen war ich im Interview bei WELT-TV anlässlich einer gerade veröffentlichten Studie zur Produktivität im Homeoffice. Im Vorgespräch erzählte mir Moderator Alexander Siemon von einem Beamten, der im Freundeskreis offen darüber spräche, dass er zu Hause nicht arbeite, sondern unbeobachtet den Feierabend vorziehe. In der Tat ist genau das die typische Befürchtung vieler Führungskräfte: Mitarbeiter im Homeoffice sind nicht produktiv.

So weit, so bekannt, so falsch dieser Verdacht in seiner ganzen Pauschalität. Denn das Ergebnis einer anderen Studie war, dass bei maximal 60% der Wochenarbeitszeit, also an drei von fünf Arbeitstagen, die Produktivität höher lag als bei reiner (Großraum-)Büroarbeit. Für die Forscher war es dabei vorteilhaft, dass sie die Leistungsfähigkeit zumindest quantitativ messen konnten. Daher scheint es auf der Hand zu liegen: Wenn Mitarbeiter zu Hause produktiver sind, spricht nicht viel dafür, sie ins Büro zu zwingen.

Hohe Fachkompetenz und Eigenmotivation als zentrale Bedingungen

Doch es funktioniert nicht ohne gewisse Voraussetzungen. Ganz zentral sind vor allem eine hohe Fachkompetenz und eine ebenso hohe Eigenmotivation der Mitarbeiter. Denn nur beides gemeinsam reduziert die Notwendigkeit zur Kontrolle, die Führungskräfte aus der Distanz tatsächlich nicht immer so leicht ausüben können. Nur wer weitgehend eigeständig in der Umsetzung ihm übertragener Aufgaben ist und dabei auch noch ausreichend eigenmotiviert ist, kann sozusagen an der langen Leine geführt werden. Bei dem oben erwähnten Beamten bezweifele ich stark, dass die zweite Bedingung erfüllt war.

Und solange seine Führungskräfte keine zu erledigenden Aufgaben bzw. Ziele definiert hatten, woran sie seine Leistung hätten messen können (bestenfalls durch klare Performanz-Indikatoren), sollte dieser Staatsdiener nicht von mehr von zu Hause arbeiten. Doch es gibt noch weitere Aspekte, die Führungskräfte berücksichtigen sollten. Gerade international agierende Unternehmen sprechen viel lieber von mobilem Arbeiten (Remote Work) um zu unterstreichen, dass zumindest zeitweise Arbeit von irgendwo auf der Welt möglich ist. Gerade für reisehungrige Menschen ist es oft sehr attraktiv, Fernweh und Arbeitsalltag miteinander zu verbinden.

Die Faktoren Kommunikation, Teamspirit und Sozialhygiene

Doch der Aufenthalt in unterschiedlichen Zeitzonen – besonders extrem in der Variante Ostasien, Mitteleuropa und USA – kann überaus fordernd für die Koordination sein. Das gilt besonders dann, wenn Abstimmung und Kooperation unter den Stakeholdern eben mehr verlangt als rein technische Gespräche. Und keine Führungskraft wäre gut beraten, wenn sie auf Teamspirit und eine gewisse Sozialhygiene verzichtete. Und gerade das ist in der Zusammenarbeit auf Entfernung alles andere als selbstverständlich. Das führt mich zum Faktor Kommunikation: Sie gelingt in aller Regel dann besser, wenn keine räumliche Distanz vorliegt.

Kommunikation ist immer dann anspruchsvoll, wenn sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und Interessen aufeinanderprallen. Wenn erhebliche Meinungsverschiedenheiten und Konflikte drohen oder bereits entstanden sind. Sensible Gespräche sind leichter zu führen, wenn ein Vertrauensverhältnis besteht. Und das Vertrauen ist immer dann höher, wenn wir die nonverbalen Signale unserer Gesprächspartner deuten können. Bei Gesprächen über Distanz ist genau diese Wahrnehmung reduziert, selbst im Video Call.

Für Beschäftigte ist das Homeoffice nicht immer vorteilhaft

Für immer mehr Arbeitgeber gilt gleichwohl, dass sie an Attraktivität verlieren, wenn Telearbeit (so der offizielle Sammelbegriff der unterschiedlichen Varianten des Arbeitens außerhalb der Geschäftsräume des Arbeitgebers) bei ihnen nicht möglich ist. Viele Beschäftigte bevorzugen das Homeoffice, wenn der Weg zur Arbeit bei über 30 Minuten liegt und erfreuen sich dabei der gesetzlichen Homeoffice-Pauschale von maximal 1260 Euro im Jahr. Außerdem lässt sich so oft die sogenannte Care-Arbeit bestehend aus Fürsorge, Betreuung und Haushaltsführung etwas leichter mit den Pflichten des Berufslebens vereinen.

Doch im Coaching trete ich immer wieder auf die Bremse und empfehle, einiges zu bedenken. Gerade frisch eingestellte Beschäftigte sollten in der Probezeit möglichst wenig im Homeoffice arbeiten, jedenfalls solange das Vertrauen des neuen Umfelds noch nicht vollständig entwickelt ist. Außerdem ist es gerade am Anfang oft noch so, dass durch neue Aufgaben und bisher unbekannte Abläufe die eigene Leistungsfähigkeit noch nicht voll entwickelt ist. Gerade dann ist es hilfreich, eng mit den neuen Kollegen und Führungskräften zusammenzuarbeiten.

Doch auch sehr leistungsstarke, ambitionierte Erwerbstätige sollten umsichtig agieren. Meist werden diejenigen bevorzugt und befördert, die sich nah an der Macht aufhalten. Wer weiter weg ist (das gilt natürlich nicht nur für Arbeiten im Homeoffice), hat einen gravierenden Nachteil: Denn Menschen – auch Führungskräfte – bevorzugen das, worin sie vertrauen. Vertrauen bedingt Kenntnis oder zumindest den Glauben, etwas zu kennen. Kennen wiederum setzt wahrnehmen voraus, möglichst ungefiltert und authentisch. Wer also von sehr guten Beurteilungen seiner direkten Vorgesetzten abhängig ist, sollte möglichst selten von ihnen räumlich distanziert arbeiten. Homeoffice sollte vermieden werden oder nur dann erfolgen, wenn die Führungskraft auch nicht da ist.

Worauf Führungskräfte achten sollten

Für Arbeitgeber wird sich das Rad gleichwohl kaum noch zurückdrehen lassen, Homeoffice wird im digitalen Zeitalter sicher nicht mehr verschwinden. Führungskräfte sollte dabei einiges beachten, damit es in der Praxis funktioniert:

  • Definieren Sie spezifische und bestenfalls messbare Arbeitsziele
  • Legen Sie klare Regeln fest – so viele nötig, so wenige wie möglich
  • Bieten Sie Möglichkeiten zur sozialen Interaktion, auch jenseits rein beruflicher Themen
  • Institutionalisieren Sie Feedback und Austausch anstatt dies rein ad hoc zu ermöglichen
  • Verzichten Sie nicht vollständig auf persönliche Treffen
  • Beachten Sie die gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitszeiterfassung und der Arbeitsstättenverordnung

Und denken Sie daran, dass es immer noch Beschäftigte gibt, die gerne in die Räumlichkeiten ihres Arbeitgebers gehen. Weil ihnen der zwischenmenschliche Austausch so wichtig ist oder weil sie Berufs- und Privatleben strikt voneinander trennen möchten. Es darf also keinen Zwang zum Homeoffice geben, um etwa Miet- und Betriebskosten zu reduzieren.

https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2026/05/Homeoffice.jpg 450 800 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2026-05-18 06:04:282026-09-11 14:35:57Am Homeoffice scheiden sich nicht die Geister, sondern die Qualität der Mitarbeiter

Überfordert in der BANI-Welt

16. März 2026/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Ist BANI mehr als nur das neuste Buzzword von Resilienzcoaches? Zumindest hilft der Ansatz zu verstehen, warum sich immer mehr Erwerbstätige überfordert fühlen.

Angeblich ist die Welt nicht mehr VUCA, sondern BANI. Das Akronym steht für Brittle (brüchig), Anxious (ängstlich), Non-linear (nicht-linear) und Incomprehensible (unverständlich). Der dahinterstehende Ansatz – ein kohärentes Konzept ist es freilich nicht – geht auf den US-Autor und Futuristen Jamais Cascio zurück, der im April 2020 unter den Eindrücken der gerade aufziehenden Pandemie den Artikel „Facing the Age of Chaos” veröffentlichte. Darin schlug er den BANI-Framework als Fortsetzung oder Ersatz für das VUCA-Konzept vor.

Kurz zur Erinnerung: VUCA wurde Mitte der 1980er Jahre von amerikanischen Sicherheitsexperten entwickelt und steht für Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Es sollte in wenigen Worten die fragile Realität der Welt nach dem Ende des Kalten Kriegs beschreiben und fand viele Anhänger in den amerikanischen Management Schools. So entstandt die durch die aufziehende Globalisierung immer stärker geprägte „VUCA-Welt“.

Warum VUCA an Aussagekraft verloren hat

Allerdings ist das schon eine gefühlte Ewigkeit her und scheint nicht mehr vollends unsere hochdynamische, von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz geprägte Epoche zu spiegeln. Doch der Erklärungsrahmen von VUCA hat auch deshalb an Aussagekraft verloren, weil er inzwischen fast jede Entwicklung beschreibt und daher wenig unterscheidende Erkenntnis liefert. Denn wir leben nicht nur in einer unruhigen Welt, sondern in einer Ära chaotischer Bruchlinien, die sich nicht mehr mit herkömmlichen Sinn- und Analysewerkzeugen erfassen lässt.

Unsere üblichen Methoden zur Strukturierung von Unsicherheit – Institutionen, Normen, Strategien – wirken zunehmend unzureichend angesichts der heutigen Krisenlagen. Diese Krisen entspringen globalen Trends (Kriege, Naturkatastrophen, gesellschaftliche Spaltungen, technologischer Fortschritt) und können Menschen potentiell oder tatsächlich – oftmals eher emotional als rational – überfordern. Auf der individuellen Ebene werden Resilienz und Anpassungsfähigkeit nur noch als unzureichend wahrgenommen. Das greift die menschliche Psyche an, in ihrer extremsten Form als Angststörungen, Despressionen und andere Krankheitsbilder.

Die wesentlichen Annahmen des Jamais Cascio

Cascio schlägt nun das BANI-Modell vor als neuen Ansatz vor, um das Chaos der heutigen staatlich-gesellschaftlichen Realität einzuordnen:

  • Brittle (brüchig, spröde): Systeme wirken stabil, brechen aber plötzlich und katastrophal zusammen. Das kann Staaten wie Aktienmärkte betreffen, aber auch Branchen, Unternehmen und Geschäftsmodelle, mitunter rasend schnell und ohne Vorwarnung.
  • Anxious (ängstlich): Gesellschaft und Individuen erleben permanente Angst und Überforderung, was Entscheidungsfähigkeit und Resilienz schwächt. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO lebten 2024 eine Milliarde Menschen mit psychischen Störungen wie Angstzuständen (plus 14% seit 2019). In dieser Befragung gaben außerdem 39% der Erwachsenen weltweit an, am Vortag viel Sorge oder Stress empfunden zu haben.
  • Non-linear (nichtlinear): Kaum zu prognostizierende Ursache-Wirkungsketten wurden uns zuletzt durch die Pandemie, in deren Zeit BANI entstand, schonungslos aufgezeigt. Ähnlich verhält es sich mit einer steigenden Anzahl politischer Ereignissedem, beim Klimawandel und – am radikalsten – in einer von KI dominierten (Arbeits-)Welt.
  • Incomprehensible (unverständig): Komplexität übersteigt unsere kognitive Kapazität; mehr Daten schaffen nicht automatisch mehr Verständnis, sondern stiften eher Verwirrung. Immer mehr Menschen sehnen sich deswegen nach einfachen (politischen) Antworten.

Durch BANI werden Angst und Überforderung zum Teil der Systemrealität

Damit gelingt Casico eine treffende Beobachtung sozialer und technologischer Dynamiken: Er identifiziert real existierende Phänomene, etwa die Fragilität globaler Lieferketten, die durch KI ausgelöste Disruption oder die Durchlässigkeit von Demokratie gegenüber Desinformation, die im Alltag spürbar geworden sind. Auch die VUCA-Kritik scheint plausibel: Viele Organisationen und Entscheidungsträger empfinden VUCA als zu generisch, weil es wenig praktische Unterscheidungskraft besitzt.

Besondere Relevanz erhält BANI allerdings durch die Betonung der psychologischen Dimension. Der Fokus auf Angst und Überforderung als Teil der Systemrealität ist eine wichtige Ergänzung, die nicht nur technische Strukturen, sondern auch subjektive Erfahrungen adressiert. Doch BANI bleibt an dieser Stelle ein Beschreibungsrahmen und entwickelt keine konkreten Lösungsansätze. Obwohl Cascio mögliche Reaktionen wie Resilienz, Empathie oder Transparenz erwähnt, fehlen konkrete Strategien, wie Individuen, Organisationen oder Staaten tatsächlich resilienter werden.

BANI bietet selbst keine Lösungsstrategien an…

Ein weiterer Kritikpunkt besteht in den zu allgemeinen Aussagen über „Unverständlichkeit“. Die Idee, dass mehr Daten zu weniger Verständnis führen, greift zu kurz. Denn sie übersieht, dass Missverständnisse oft durch schlechte Analyse, nicht durch die Datenmenge selbst verursacht werden. Außerdem kann der Determinismus der Kategorien bemängelt werden. Indem die Welt als grundsätzlich „chaotisch“ charakterisiert wird, besteht die Gefahr, reale Trends zu übergeneralisierten Katastrophenszenarien zu verflachen, etwa indem langfristige Strukturveränderungen mit reinem Chaos gleichgesetzt werden.

Denn die Betonung von Chaos und Unverständlichkeit riskiert, eine Ohnmachts- und Passivitätslogik zu verstärken, weil keine Lösungsstrategien angeboten werden, die über die bloße Begriffsbildung hinausgehen. BANI ist daher zwar kein Lösungsmodell, kann aber dabei helfen, den überwältigenden Zustand zu benennen und zu reflektieren. Somit stellt es einen ersten Schritt zu möglichen Reaktionen und Anpassungen dar.

…aber hilft, persönliche Krisen zu verstehen

Im Job- und Karrierecoaching berührt dies überwiegend die individuelle Ebene, wo BANI berufliche Orientierungslosigkeit und persönliche Krisen begründet. Es hilft dann zu verstehen, auch wenn es selbst keinen Ausweg bietet. VUCA war da übrigens schon weiter. Es versprach ein ganzes Set an aufeinander abgestimmten Lösungsansätzen, wenn auch mit starkem (Selbst-)Management-Bezug und ohne psychologische Komponente. Insofern ist das BANI-Modell konzeptionell nicht eigenständig, sondern eine nützliche metaphorische Erweiterung des VUCA-Rahmens, um die heutige Komplexität sozialer und technologischer Veränderungen tiefer zu reflektieren.

Seine besonderen Stärken zeigt BANI im Führungskräfte-Coaching als Reflexionsinstrument. Was das im Detail bedeutet und wie Führungskräfte BANI konkret anwenden können, werde ich im kommenden Beitrag erläutern.

https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2026/03/BANI-Welt.jpg 359 640 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2026-03-16 06:00:512026-09-11 14:43:17Überfordert in der BANI-Welt

Willkommen im Haus der Veränderung

14. Mai 2025/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Veränderung statt Stillstand scheint das prägende Motto der Arbeitswelt zu sein. Wir stecken mittendrin und können uns kaum dagegen wehren. Gerade in Phasen der beruflichen Neuorientierung ist es von großem Vorteil, bewusster mit Veränderung umzugehen.

Menschen nehmen Veränderung ganz unterschiedlich wahr. Veränderung kann Bedrohung sein, wenn sie mit Verlust – von Einkommen, liebgewordenen Gewohnheiten, eigenen Meinungen, nahestehenden Menschen – einhergeht. Veränderung kann aber auch Verbesserung durch Gewinn bedeuten. Und dann kann Veränderung auch noch beides zugleich sein. Zumindest in Deutschland scheint es aber so zu sein, dass die meisten Menschen häufiger dazu neigen, Veränderung nicht als Chance wahrzunehmen – gerade im Berufsleben. Weiterlesen

https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2025/05/Veraenderung.jpg 658 717 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2025-05-14 07:18:222026-09-12 10:35:53Willkommen im Haus der Veränderung

Wenn Coaching zum Horror wird

14. April 2025/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Mehr als 95% meiner Kunden sind mit meinem Karrierecoaching zufrieden. Manchmal erlebe ich mit ihnen sogar magische Momente, die diesen Beruf so einzigartig machen. Das Gegenteil davon ist der blanke Coachinghorror, der dann entstehen kann, wenn leistungsneutrales Selbstbewusstsein und Geldgier eine destruktive Allianz eingehen.

Wer nichts wird, wurde früher Wirt und heute Coach. Das ist, zusammengefasst, das gängige Stereotyp über meine Profession und Branche. So ganz weit weg ist es von der Realität allerdings nicht hergeholt, schließlich gibt es weder eine klare Definition der beruflichen Tätigkeit noch rein objektive Qualitätsstandards. Kein Wunder, dass manche Coaches mehr versprechen als halten und letztendlich der Mehrwert für die Kunden überschaubar bleibt. Manchmal jedoch passiert mehr als nur das. Und das ist dann der blanke Coachinghorror. Weiterlesen

https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2025/04/Horror-1.jpg 1092 1920 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2025-04-14 06:33:242026-09-12 10:38:57Wenn Coaching zum Horror wird

Sei kein Opfer!

12. März 2025/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Das Erwerbsleben ist oftmals recht hart und verlangt uns verdammt viel ab. Sich zu behaupten und auch nach einem Niederschlag wieder aufzustehen ist alles andere als einfach. Gerade deswegen ist es so wichtig zu verinnerlichen, kein Opfer zu sein.

Im Januar machte eine langatmige Abrechnung einer Amerikanerin auf LinkedIn die Runde. Eine andere Frau hatte von der Farce vieler erfolgloser Bewerbungsverfahren 2024 berichtet, die damit zusammenhängende Enttäuschung und Zermürbung. Und immer wieder gute Miene zu diesem bitterbösen Spiel zu machen, wenn man mal wieder zurückgewiesen wurde. Zum Aufreger wurde der Post aufgrund eines Kommentars: Hör auf, ein Opfer zu sein! Weiterlesen

https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2025/03/Resilienz.jpg 427 640 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2025-03-12 06:22:502026-09-12 10:46:39Sei kein Opfer!

Was würden motivierte Leistungsträger wählen?

9. Februar 2025/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Am 23. Februar findet die Bundestagswahl statt. Wer immer danach regieren wird sollte sehr darauf achten, Anreize für Arbeit und Leistung zu setzen.

Haben Sie es mitbekommen? Die Beitragsbemessungsgrenzen zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sind zum neuen Jahr deutlich gestiegen. Außerdem bauen immer mehr Unternehmen Stellen ab, weshalb die Arbeitslosigkeit weiter steigt. Doch das ist nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Jahren droht, wenn wir nicht umsteuern. Weiterlesen

https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2025/01/Reichstag.jpg 525 800 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2025-02-09 08:43:482026-09-12 10:48:52Was würden motivierte Leistungsträger wählen?

Wie Sie das Impostor-Syndrom in den Griff bekommen

13. November 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Das Impostor-Syndrom erschwert vielen Erwerbstätigen, positiv auf ihre Arbeit zu blicken und Erfolge als solche zu verkaufen. Diese massiven Selbstzweifel können eine Karriere nachhaltig beschädigen – also weg damit!

Fühlen Sie sich manchmal als Hochstapler und kurz davor, als solcher entlarvt zu werden? Denken Sie häufiger, dass Sie mehr Glück als Verstand hatten, um berufliche Aufgaben zufriedenstellend zu lösen und Ziele zu erreichen? Und glauben Sie fest daran, dass Sie das, was Sie bisher erreicht haben, nicht verdient haben? Dann kann es sein, dass Ihnen das Impostor-Syndrom bzw. Hochstapler-Syndrom zusetzt. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-11-13 09:56:082026-09-11 13:40:59Wie Sie das Impostor-Syndrom in den Griff bekommen

Altersdiskriminierung: Woher sie kommt und was dagegen hilft

19. September 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Altersdiskriminierung ist mit voller Wucht in den Arbeitsmarkt zurückgekehrt. Mit Blick auf den angeblichen Fachkräftemangel darf dies durchaus verwundern. Was ist bloß los in Deutschland?

In den letzten eineinhalb Jahren waren die Zeichen der Zeit kaum noch zu übersehen. Deutlich mehr Menschen haben mein Coaching in Anspruch genommen, die selbst zu Beginn der Pandemie deutlich weniger Schwierigkeiten hatten, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in dem von ihnen bevorzugten Bereich zu finden. Auch wenn es aktuell (noch) keine eindeutigen statistischen Belege gibt, bin ich mir ziemlich sicher, dass hinter der wachsenden Altersdiskriminierung ein unguter Trend sein Unwesen treibt. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-09-19 06:28:442026-09-11 13:41:00Altersdiskriminierung: Woher sie kommt und was dagegen hilft

Auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter

21. August 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Disruptive Technologien verändern unsere (Arbeits-)Welt in ungeahntem Ausmaß. Auch wenn noch längst nicht klar ist, was genau auf uns zukommt, steht eines bereits fest: Die Menschheit tritt in ein neues Zeitalter.

Ein häufig gehörter Spruch während meiner Wehrdienstzeit war Nichts ist wechselhafter als die Lage. An ihn erinnere ich mich immer dann, wenn ich versuche, die Auswirkungen disruptiver Technologien auf die Arbeitswelt von morgen zu verstehen und für meine Klienten begreifbar zu machen. Denn die Veränderungen sind gleichermaßen rasant wie fundamental, weshalb Erkenntnisse von gestern oft die Trugschlüsse von morgen sind.

Rückblick: Im Dezember 2021 hatte ich mich an dieser Stelle schon einmal ausführlich zu Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz als Triade der Disruption geäußert. Nun wird es dringend Zeit für ein Update, denn seitdem hat sich vieles verändert. In erster Linie hat das Go-live von ChatGPT im November 2022 dazu beigetragen, dass nicht mehr nur IT-Profis in etwa verstanden, was für eine Monsterwelle da auf uns zurollt. Seitdem sind wir mehr oder gezwungen, den Entwicklungsprozess der Disruption neu zu bewerten.

Artificial General Intelligence rückt in greifbare Nähe

Bis dahin war ich noch der Auffassung, dass die Menschheit vor einem Megatrend stünde, wie es ihn mit der neolithischen Revolution, der Industrialisierung und der Einführung der Massenfertigung bereits dreimal gegeben hatte. Doch dann las ich im März 2023 ein Zitat von Christian Bauckhage, Professor für Informatik an der Universität Bonn: „(Künstliche Intelligenz) wird alles verändern, alles. Der Vergleich mit der Industrialisierung ist zu kurz gegriffen. Es wird mehr verändern. Was in den nächsten fünf Jahren durch künstliche Intelligenz mit der Welt passieren wird, wird alles in den Schatten stellen, was wir vorher gesehen haben.“

Zur Einordnung: Vor einem guten Jahr war KI bereits in der Lage, das neuronale Model von Hunden oder Katzen abzubilden, bis 2030 soll es dann einem Menschen entsprechen. Damit liegt die Artificial General Intelligence in greifbarer Nähe: Elon Musk prophezeite im März 2024, dass KI im kommenden Jahr intelligenter sein wird als jeder Mensch und bis 2029 intelligenter als alle Menschen zusammen. Das schließt auch Emotionen und das authentische Einstellen auf menschliches Empfinden und Bedürfnisse mit ein. Schon heute bewerten Menschen in aller Regel Chats mit KI-Bots (solange ihnen vorher suggeriert wurde, dass sie mit einer reellen Person kommunizieren) positiver als mit Menschen.

Das Alte verschwindet, das Neue ist noch nicht greifbar

In Kombination mit der Simulation von Bewegtbild und Sprache („Deep Fake“) ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann wir auf digitale Abbilder von Menschen treffen, die wir von reellen Personen nicht mehr unterscheiden können. Das mag für Menschen nicht so relevant erscheinen, die sich vorwiegend in der realen Welt aufhalten, aber seit der Generation Z wachsen junge Menschen vollständig in und mit der digitalen Welt auf. Daher ist es irrelevant für die Dynamik der weiteren Entwicklung, dass ältere Generationen diese Entwicklungen mehrheitlich ablehnen und nicht mitgehen.

Die Auswirkungen auf unser Leben werden noch viel immenser sein, als die allermeisten von uns sich das heute vorstellen können. Offensichtlich läuft die Disruption nicht darauf hinaus, dass alles besser oder schlechter wird. Die gegenwärtige Unsicherheit ist allerdings kaum zu leugnen. Sie rührt daher, dass das Alte langsam verschwindet, ohne dass bereits offensichtlich geworden ist, wie das Neue aussehen wird. Und das betrifft natürlich auch die Art und Weise, wie wir in Zukunft arbeiten werden.

Das Update des Job-Futuromaten gibt zu denken

Einen ersten Eindruck liefert weiterhin der Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Seit 2019 widmet er sich der Frage, zu welchen Teilen ein Beruf schon heute automatisierbar ist. Im ersten Quartal 2024 wurde die Berechnung weitgehend aktualisiert und berücksichtigt seitdem viel stärker den Einfluss von KI. Und die Durchschnittswerte der Automatisierbarkeit der damals von mir eher zufällig ausgewählten Berufe sind deutlich gestiegen:

  • Maschinenbau-Ingenieure von 44% auf 68%
  • CNC-Fräser von 80% auf 100%
  • Vertriebscontroller von 63% auf 75%
  • Personalreferenten von 50% auf 70%

Projektassistenten sowie Dolmetscher/Übersetzer standen übrigens damals schon bei 100%. Damit möchte ich im Übrigen keine Weltuntergangsstimmung verbreiten. Denn die Tätigkeiten werden nicht von einem Tag auf den anderen komplett aussterben, schon gar nicht in einem Land, das sich so schwertut mit vielen Facetten der Digitalisierung, wie Deutschland. Aber wir werden eher früher als später jeden Beruf neu interpretieren müssen, da sich die Berufsprofile fundamental wandeln.

Durch die Disruption werden neue Berufsbilder entstehen

Das wird einige Tätigkeitsbereiche stärker und andere schwächer treffen. Und natürlich werden einige Berufsbilder komplett verschwinden, aber das beobachten wir bereits seit 200 Jahren. Neu ist nur die Radikalität des Tempos und dass die Disruption die Berufswelt generell betrifft. Für viele Erwerbstätige ist in diesem Zusammenhang wohl die Frage naheliegend, welche Berufe überhaupt noch sicher sind.

Das ist leider recht schwer zu prognostizieren, aber auch nicht entscheidend, da es aus meiner Sicht nicht unbedingt die beste Perspektive für den Blick in die Zukunft ist. Denn wir sollten nicht von den Berufen ausgehen, die wir bereits kennen, sondern uns vielmehr mit den kommenden Chancen und Möglichkeiten auseinandersetzen. Denn es werden viele neue Berufsbilder entstehen, für die meistens eine exzellente Bildung Voraussetzung sein wird.

Wachsender Bedarf an komplexer Problemlösungsfähigkeit

In Schulen wie Hochschulen wird es noch stärker als bisher in erster Linie darum gehen, die Befähigung zur komplexen Problemlösung zu entwickeln. Deshalb wird die Relevanz erstklassiger akademischer Bildung in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Wem dieser Weg verschlossen bleibt, sollte auf die Bestandskraft unmittelbarer zwischenmenschlicher Kommunikation und Fürsorge in der Berufswelt setzen. Das trifft vor allem auf Tätigkeiten in der Sozialarbeit, also Erziehung, Bildung, Pflege und Therapie, zu.

Und solange künstliche Intelligenz nicht in der Lage ist, autonom innovativ zu sein (was viele Menschen als mögliche Apokalypse fürchten), wird es den menschlichen Geist immer dann bedürfen, wenn intellektuelle Kopien unzureichend sind. Denn hätte es KI bereits im Altertum gegeben, würde sie mit größtmöglicher Sicherheit behaupten, dass die Erde eine Scheibe sei. Daher lege ich nahe, der weiteren Disruption der Arbeitswelt sowohl mit wachsamem Auge als auch mit Neugier und Optimismus zu begegnen. Denn wir sind Zeitzeugen eines epochalen Wandels, der seinen festen Platz in der Geschichte der Menschheit schon jetzt sicher hat.

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-08-21 05:12:582024-08-21 05:12:58Auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter

Kennen Sie Ihre inneren Glaubenssätze?

15. Juli 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Glaubenssätze prägen unsere Persönlichkeit und unser Weltbild. Sie sind tief in uns verankert und schwer loszuwerden. Das ist aber überaus wichtig, wenn sie zu einem negativen Selbstbild beitragen oder ursächlich für tiefe Krisen sind.

Tatsächlich ist es nicht erforderlich, die inneren Glaubenssätze zu kennen. Wer gut durchs (Berufs-)Leben kommt, kann sie gerne unerforscht in sich ruhen lassen. Doch wenn von ihnen strukturelle negative Wirkungen ausgehen, kann die Reflexion der inneren Glaubenssätze notwendig werden. Manchmal ist sie sogar die letzte Lösung, wenn in der Krisenbewältigung alle anderen Ansätze nicht fruchten. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-07-15 05:36:062026-09-11 13:40:59Kennen Sie Ihre inneren Glaubenssätze?
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    Die Bundesrepublik Deutschland hat es versäumt, bis zum heutigen Tag die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht zu übertragen. Trotzdem wird sich einiges ändern, wovon in erster Linie Frauen profitieren sollen. Ab 7. Juni 2026 wären Arbeitgeber mit mehr als 100 Mitarbeitenden dazu verpflichtet gewesen, entweder das Einstiegsgehalt oder die verhandelbare Gehaltsspanne in der Stellenausschreibung anzugeben. Oder Der Beitrag Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommt (nicht) erschien zuerst auf Bewerbungen und Karriere erfolgreich gestalten.

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