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Selbstvermarktung: Tue Gutes und rede endlich darüber!

20. Januar 2020/von Dr. Markus Karbaum

Es ist unvermeidlich: Wenn immer wir im Berufsleben wirken und kommunizieren, vermarkten wir uns. Anstatt diesen Fakt abzustreiten, sollten ambitionierte Beschäftigte ihre Selbstvermarktung aktiv gestalten.

Wir alle wissen es: In der Wahrnehmung beeinflusst uns die äußere Erscheinung maßgeblich. Positiv gestaltet macht sie den wesentlichen Inhalt optisch und emotional attraktiv, weckt dadurch unser Begehren und rechtfertigt einen höheren Preis. Das gilt für Produkte und Verkaufsangebote und in ähnlicher Form auch für Menschen, gerade wenn wir sie nicht oder nur kaum kennen. Wir machen uns von anderen permanent ein Bild – und andere wiederum von uns. Warum also sollten wir dieses Bild von uns nicht aktiv mitgestalten?

Das gilt natürlich auch im Berufsleben. Selbst bei vollständiger Passivität und Zurückgezogenheit senden wir Botschaften und vermitteln dadurch das Bild eines Langweilers, Eigenbrötlers oder eines bedingt teamfähigen Kollegen. Allein deswegen sollten Sie niemals darauf setzen, allein Ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen. Darüber hinaus droht die Gefahr, als Person vollständig hinter den Arbeitsergebnissen zu verschwinden. Dann gibt es keine Verbindung mehr zwischen der geleisteten Arbeit und dem verantwortlichen Leistungserbringenden. Die Kosten dafür sind immens: Keine Wertschätzung, keine Entwicklungsmöglichkeiten, keine Gehaltssprünge und in manchen Branchen früher oder später auch kein Job mehr. Das kann niemand wollen.

Besonders introvertierte Menschen tun sich schwer

Natürlich finde auch ich andere Berufstätige nervtötend, die sich mit fremden Federn schmücken oder jede Kleinigkeit zu einer besonderen Leistung aufpumpen. Getreu dem Motto: Tue irgendwas und rede darüber. Ich erinnere mich an einen Projektkoordinator (unterste Führungsebene), der eine Anmeldung zu einer dreitägigen Fortbildung per E-Mail an zwei Leitungsebenen vorbei der Geschäftsführung eines Unternehmens mit mehr als 2000 Mitarbeitenden mitteilte.

Das ist mit guter Selbstvermarktung auch gar nicht gemeint. Aber nichts spricht dagegen, besondere Leistungen und Erfolge selbstbewusst nach außen zu kommunizieren. Dabei ist noch gar nicht gesagt, wie das konkret geht. Gerade introvertierten Personen fällt es oft schwer, über sich zu sprechen. Neben dem Inhalt geht es auch darum, den richtigen Moment oder den passenden Kommunikationskanal zu finden. Dann sind subtile Methoden gefragt, um nicht allzu plakativ daherzukommen. Schließlich wirkt Selbstvermarktung umso authentischer, wenn man selbst mit voller Überzeugung dahintersteht.

Was ist so besonders, dass es sich mit gutem Gewissen vermarkten lässt?

Im ersten Schritt geht es meist darum, das Besondere, sprich Vermarktungswürdige überhaupt zu erkennen. Im Selbstbild vieler hochmotivierter und leistungsfähiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind qualitativ hochwertige Ergebnisse oft eine Selbstverständlichkeit. Aber auch das ist eine Form der Betriebsblindheit. Denn fast immer ist das alles gar nicht so selbstverständlich. Das gilt vor allem dann, wenn Tätigkeiten hochqualifizierte und erfahrene Persönlichkeiten bedürfen. Sonst könnte die Aufgabe schließlich auch von einem Praktikanten erledigt werden.

Besonders anspruchsvoll ist die Identifizierung des Besonderen bei Beschäftigten, die wiederkehrende Prozesse managen, beispielsweise im sozialen Bereich. Im Gegensatz zu zeitlich abgrenzbaren Projekten, in denen Erfolg leichter messbar und dadurch anschaulich wird, wird dort meist eine dauerhafte Leistung erbracht. Einzig der Arbeitsaufwand, quantitativ wie qualitativ, variiert. Aber auch dann ist es mit einem hilfreichen Blick von außen immer noch möglich, daraus individuelle Möglichkeiten zur Selbstvermarktung zu entwickeln.

Von der Selbstvermarktung zum Employee Branding

Wer diese Überlegungen auf die Spitze treibt, landet irgendwann beim Thema I-Branding. Ich, der Beschäftigte, kreiere mich selbst als Marke (Englisch: Brand). Ich spreche auch ganz gerne von Employee Branding, um zu verdeutlichen, dass dies nicht allein der Anspruch eines Arbeitgebers (Employer Branding) sein sollte. Beides bedeutet, dass ich von anderen für etwas ganz Spezielles wahrgenommen werde. Beispielsweise für Spezialkenntnisse und besondere Erfahrungen. Was dann wiederum in informelle Bezeichnungen übergehen kann: Die Macherin, der Doping-Papst, die Kundenfängerin, die Nahost-Expertin, der Krisenmanager, die Motivatorin etc.

Nicht immer bekommt man solche Titel umsonst, meist muss man etwas dafür getan haben. Im Übrigen funktioniert Employee Branding innerhalb eines Unternehmens oder einer überschaubaren Branche besonders gut – darüber hinaus kann es allerdings schwierig werden. Nichtsdestotrotz werden Aktivitäten zur Selbstvermarktung, die kleine Schwester des Employee Branding, immer dann intensiviert, wenn man auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber ist. Das ist vergleichbar mit Menschen, die erst mit Masern zum Arzt gehen, anstatt sich vorher impfen zu lassen.

Selbstvermarktung ist eine Hausaufgabe, die niemand einfordert

Dann wird bilanziert, um den Lebenslauf aufzuhübschen, in virtuellen Netzwerken zu überzeugen und in Vorstellungsgesprächen zu glänzen. Ich will zwar nicht so weit gehen und behaupten, dass es dann schon zu spät ist. Aber selbst qualitativ hochwertige Selbstvermarktung wirkt nicht unmittelbar, sondern erst durch ihre permanente Wiederholung. Wie in der Werbung muss ich ein Produkt häufiger (und immer wieder) sehen, bevor ich es bewusst wahrnehme. Denn erst dann mache ich es meinem Erinnerungsvermögen zugänglich.

Selbstvermarktung in eigener Sache ist also eine stetige Hausaufgabe, die niemand einfordert und die bei ausbleibender Erledigung nicht sofort sanktioniert wird. Es ist verständlich, dass viele Beschäftigte sie bei 50- oder 60-Stunden-Wochen gerne unter den Tisch fallen lassen. Fehlende Ideen für die Umsetzung demotivieren dann noch zusätzlich. In diesen Fällen können erfahrene Coaches wertvolle Unterstützung leisten. Wer im Berufsleben weiterkommen möchte, sollte eine solche Investition aber nicht scheuen.


Ihr nächster Schritt zur Umsetzung

Die Dynamiken moderner Arbeitswelten werfen in der beruflichen Praxis oft sehr individuelle Fragen auf. Ganz gleich, ob Sie als Fach- und Führungskraft Ihre nächste Karrierestufe vorbereiten oder als Unternehmen strategische Personalthemen anpacken möchten: Ein neutraler Blick von außen schafft Klarheit.

Lassen Sie uns Ihre aktuelle Situation in einem vertraulichen und unverbindlichen Erstgespräch analysieren. Hier geht es direkt zu meinem Kontaktformular.

Schlagworte: Berlin, Personal Branding, Selbstvertrauen
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https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2020/01/About2.jpg 371 800 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2020-01-20 08:23:522026-09-25 06:55:23Selbstvermarktung: Tue Gutes und rede endlich darüber!
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  1. So wichtig ist Personal Branding für Sie sagt:
    8. Mai 2022 um 10:22 Uhr

    […] Personal Branding und Selbstvermarktung sind immens wichtig. Tatsächlich gilt das aber nicht für alle Erwerbstätigen gleichermaßen. Die beiden entscheidenden Kriterien sind die Organisationskultur und die Wettbewerbsorientierung beim jeweiligen Arbeitgeber. Bei der Organisationskultur unterscheide ich an dieser Stelle zwischen einer anonymen vertikalen Arbeitsumgebung und engem Kontakt zu Führungskräften. Die Wettbewerbsorientierung unter den Beschäftigten kann wiederum ausgeprägt oder gering sein. […]

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