Die Krux aller Bewerbungsratgeber – und woran man einen guten Coach erkennt
Als Coach für Beruf und Karriere kämpfe ich seit jeher gegen einen schier übermächtigen Gegner: Die geballte Deutungshoheit von Bewerbungsratgebern sowohl online als auch in Buchform. Denn selbst die wenigen guten bergen das Potential, Hilfesuchende auf eine falsche Fährte zu schicken.

Bewerbungsratgeber richten sich an eine möglichst breite Zielgruppe, und das ist auch völlig legitim. Doch dabei gehen sie meist verallgemeinernd vor und wirken oft sogar holzschnittartig. Als Leser fragt man sich schnell: Ist dieser Hinweis wirklich für mich geeignet? Denn eins ist offensichtlich: Was dem einen Leser in seiner ganz besonderen Situation sicherlich hilft, wäre für eine andere Leserin wiederum wohlmöglich ein vergifteter Rat. Beispiele:
- Während der eine vor einem Vorstellungsgespräch mehr Selbstvertrauen entwickeln muss, könnte für eine andere Person mehr Bescheidenheit erfolgversprechend sein.
- Was für die eine Bewerberin in ihrer Branche und in ihrer Karrierestufe ein gutes Bewerbungsanschreiben ist, kann für einen anderen Jobsuchenden schnell ein No-Go sein.
- Und wenn für eine Bewerbergruppe Initiativbewerbungen der Schlüssel zum Erfolg sind, kann dieser Schuss bei anderen schnell nach hinten losgehen. Gerade Akademiker könnten sich dadurch den Namen verbrennen.
Das Problem liegt also auf der Hand: Wie erkennt man als Laie, welche Bewerbungsstrategie und konkrete Verhaltensweisen die richtigen sind, wenn es verschiedene Ansätze gibt? Ich fürchte, dass das gar nicht so einfach, vielleicht auch unmöglich ist. Natürlich sollte man deswegen den Ratgeber, den man vielleicht erst vor kurzem gekauft hat, nicht gleich wegwerfen. Als erste Orientierung sind einige durchaus brauchbar und können guten Gewissens auch weiterverschenkt werden.
Ein guter Coach ist gleichzeitig Berater
Eine wirkliche Unterstützung ist daher nur dann hilfreich, wenn sie sich an den individuellen Besonderheiten orientiert. Das kann kein Buch und kein sonstiger statischer Ratgeber leisten. Als Coach verfüge ich über ein breites Set geeigneter Bewerbungs- und Selbstvermarktungsstrategien – und die Leistung besteht nun darin, die passende für den jeweiligen Kunden oder Kundin zu wählen. Was wiederum klar macht, dass ein Bewerbungscoaching immer dann besonders gut funktioniert, wenn es im Wechselspiel der Beteiligten – Coach und Klient/Klientin – stattfindet.
Das führt mich zu der Frage, woran man einen guten oder sehr guten Bewerbungscoach erkennt. Nun, ich bin der festen Überzeugung, dass ein Coach immer auch gleichzeitig Berater sein muss. Coaches, die auf Fragetechniken und auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzen, sollten vom Themenfeld Bewerbung und Jobsuche besser die Finger lassen. Ein guter Coach kann dagegen die Erwartungen der Arbeitgeber realistisch einschätzen. Außerdem kennt er sich mit Branchenbesonderheiten und bedient die besonderen Kundenbedürfnisse in allen Bewerbungsphasen.
Nur individuelle Lösungen bringen Bewerber wirklich weiter
Er zeigt nicht nur Wege auf, sondern liefert die Landkarte mit allen Details gleich mit. Der Coach ist also selbst in der Lage, Bewerbungsanschreiben für die Kunden zu entwickeln und überzeugende Antworten auf schwierige Fragen im Vorstellungsgespräch zu finden. Mit anderen Worten: Er schafft es, bei jeder Person das gewisse Etwas herauszustellen, um auch gegen eine hohe Konkurrenz zu bestehen. Denn je attraktiver die Stelle, desto härter wird der Wettbewerb sein.
Und, man muss es noch einmal betonen: Ein guter Coach stellt sich dabei stets ganz individuell auf seine Kunden ein. Er holt alle von dort ab, wo sie sich befinden und meidet allgemeine Ratschläge wie der Teufel das Weihwasser. Und eben Bewerbungsratgeber.
Ihr nächster Schritt zur Umsetzung
Die Dynamiken moderner Arbeitswelten werfen in der beruflichen Praxis oft sehr individuelle Fragen auf. Ganz gleich, ob Sie als Fach- und Führungskraft Ihre nächste Karrierestufe vorbereiten oder als Unternehmen strategische Personalthemen anpacken möchten: Ein neutraler Blick von außen schafft Klarheit.
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[…] In diesem Tal der Tränen geht es den Menschen schlecht, mitunter mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Traurigkeit und Frust werden zu dominierenden Gefühlen. Es fehlt oft an Orientierung, während der Wunsch nach externer Hilfe und Unterstützung wächst. In der beruflichen Umorientierung kann sie durch Informationsbeschaffung und Reflexion erfolgen, wobei eine individuell ausgerichtete Unterstützung deutlich wertvoller ist als allgemeine Ratgeber. […]
[…] beginne ich immer mit der Frage: „Was kann ich für Sie tun?“ Ausgehend davon schlage ich stets eine individuell zugeschnittene Vorgehensweise und den Zeitbedarf vor und leite daraus mein Honorar ab. Außerdem gibt es bei mir keine […]
[…] Als Coach freue ich mich über jeden enthusiastischen Gründer, den ich kennenlerne. Denn ohne ihren großen Optimismus werden sie kaum die erforderliche Energie aufbringen, die eine Gründung abverlangt. Aber Enthusiasmus kann ins Verderben führen, wenn sie keinen Raum für eine kritische Reflexion lässt. Daher mein abschließender Rat an alle Gründer: Erst in der Öffentlichkeit pitchen, wenn der Businessplan auf Herz und Nieren geprüft wurde. Dadurch könnt ihr kritische Nachfragen antizipieren und eure Zielgruppe noch besser vom Wesentlichen überzeugen. […]
[…] eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch waren. Dabei sind sie noch längst kein Standard, in Bewerbungsratgebern findet man sie nur in vereinfachter oder abgewandelter […]
[…] Aus jahrelanger Erfahrung weiß ich, dass genau das von vielen Absolventen unterschätzt wird – es reicht eben nicht aus, einen oder mehrere Bewerbungsratgeber zu lesen, wenn man sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen muss. Daher auch die fünfte Grundregel: Je […]
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