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Schlagwortarchiv für: Berlin

Nur keine Hemmungen im Bewerbungsprozess!

21. Oktober 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Hemmungen und Blockaden sind bei Jobsuchern nicht selten. Oft lassen sie sich auflösen, wenn Bewerber die Perspektive verändern, mit der sie Stellenanzeigen begegnen und den weiteren Kennenlernprozess gestalten.

Nicht alle Erwerbstätigen schaffen es nach Beendigung einer Beschäftigung, sich sofort und mit Elan in den Bewerbungsprozess zu stürzen. Oft ist es nur eine gewisse Unlust gepaart mit dem Bedürfnis, sich von der letzten Anstellung erst einmal zu erholen. Andere wiederum sind zwar überaus motiviert, eine neue Stelle zu finden, kommen aber trotzdem kaum voran. Dann gilt zu überprüfen, woran es liegt – und ob tiefersitzende Blockaden dafür ursächlich sind.

Gerade wenn die letzte Beschäftigung Spuren hinterlassen hat, kann das Selbstvertrauen schnell sinken und Hemmungen verursachen. Dann ist es fast egal, ob man zuletzt durch ein menschliches Haifischbecken geschwommen ist oder mit dem Gefühl gegangen ist, kläglich versagt zu haben. Beides kann mit Mobbing zu tun haben, aber auch in abgeschwächter Form trägt die gemachte Erfahrung zu dem Entschluss bei Das möchte ich nicht noch einmal erleben. Was menschlich verständlich ist, liegt aber von Beginn an wie ein schwarzer Schatten über dem Bewerbungsprozess.

Beginnen wir dem sozialen Umfeld. Tatsächlich sind es weniger die konkreten Aufgaben und Tätigkeiten, die zur Zufriedenheit im Berufsleben beitragen als die Menschen, denen wir am Arbeitsplatz begegnen. Leider lässt sich dieses Kriterium niemals vorab völlig sicher prüfen, auch wenn es Anhaltspunkte gibt. In manchen Branchen und je nach Größe von Arbeitgebern lassen sich homogene Unternehmenskulturen vermuten, die das menschliche Miteinander prägen. Das gilt nicht nur für Konzerne, den öffentlichen Dienst, Start-ups und Nichtregierungsorganisationen.

Schauen Sie sich den potentiellen Vorgesetzten ganz genau an

Gerade Quereinsteiger können mit einem erfahrenen Coach die eigenen Erwartungen mit den Gepflogenheiten abgleichen. Darüber hinaus empfehle ich, sich den potentiellen Vorgesetzten im Vorstellungsgespräch stets ganz genau anzuschauen. Denn dort sitzt den Kandidaten jemand gegenüber, der sich bei ihnen bewirbt, ihr Vorgesetzter zu werden. Und Arbeitnehmer sollten sich immer fragen: Nehme ich diese Bewerbung an? Eine Antwortmöglichkeit muss sein Nein, auf keinen Fall!

Außerdem rate ich dringend davor, einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, wenn die potentielle vorgesetzte Person nicht am Auswahlprozess teilgenommen hat (an dieser Stelle wären Hemmungen jedenfalls hilfreich). Noch besser lernen Sie sie und die möglichen Kollegen im Rahmen einer ein- bis zweitägigen Hospitation kennen. Eine solche Investition lohnt sich eigentlich immer, weil beide Seiten so eine viel bessere Vorstellung der zukünftigen Zusammenarbeit entwickeln. Oder danach mit einem sicheren Gefühl dankend absagen.

Lesen Sie Stellenanzeigen grundsätzlich optimistisch

Beim Lesen von Stellenanzeigen sollten Sie nicht nach dem Traumjob, perfekten Bedingungen und idealisierten Darstellungen suchen. Es reicht aus, beim Lesen das Gefühl zu entwickeln Das könnte passen. Es geht also darum, vorsichtig optimistisch auf Stellenanzeigen zu blicken. Ob dieser Eindruck stimmt, kann erst im weiteren Verlauf – oft auch erst während der Probezeit – geprüft werden. Wer sich also nicht bewirbt, kann gar nicht feststellen, ob Arbeitgeber und Job gepasst hätten.

Und dieser Prüf- und Kennenlernprozess ist stets ergebnisoffen. Mit anderen Worten: Mit einer Bewerbung steht überhaupt noch nicht fest, dass Sie diesen Job auch tatsächlich antreten werden. Denn alleine durch geschönte Formulierungen in stets tendenziösen Stellenanzeigen erkennen zu wollen, was auf einen neuen Mitarbeiter zukommt, ist unmöglich. Das liegt daran, dass eine Stellenanzeige immer Eigenwerbung des Arbeitgebers – „Employer Branding“ – ist.

Blicken Sie auf die perspektivische Entwicklung Ihrer Fähigkeiten

Trotzdem ist auch in diesem Stadium die eigene Perspektive von großer Relevanz. Das betrifft bereits die Frage, wann sich eine Bewerbung lohnt, mal ganz abgesehen von der wahrscheinlichen Konkurrenz. Meist reicht es aus, wenn Bewerber 70 Prozent der Anforderungen erfüllen, wenn die Kernerwartungen passen. Die Praxis zeigt, dass Männern diese gesunde Haltung oft leichter fällt. Dagegen entwickeln Frauen deutlich häufiger Hemmungen und sehen von einer Bewerbung ab, wenn sie nicht alle Punkte abdecken können.

Doch weder ist das hilfreich noch im Einklang mit den tatsächlichen Erfordernissen im Berufsleben. Denn in aller Regel erwartet kein Arbeitgeber eine Person, die ab Tag 1 voll einsatz- und leistungsfähig ist, außer bei Interim-Managern. Einfaches Beispiel ist die Erwartung sehr guter Englischkenntnisse. Eine Bewerbung darf niemals daran scheitern, weil der Kandidat der Meinung ist, diese seien „nur“ gut. Es geht vielmehr darum abzuschätzen, wie sich diese Kompetenz entwickelt, wenn Englisch in den ersten drei Monaten wieder intensiv gesprochen wird. In den meisten Fällen ist sie mit etwas Übung und Routine (und eigener Lernmotivation) dann recht bald sehr gut.

Es kommt auf das Urvertrauen in die eigene Lernfähigkeit an

Gehen Sie bitte davon aus, dass ein Arbeitgeber in einem längeren Zeitraum von Ihnen profitieren möchte und Ihnen gerade am Anfang Zeit lässt, in jeder Hinsicht anzukommen. Und selbst wenn Sie das nicht beruhigen sollte: Fragen Sie im Vorstellungsgespräch nach den konkreten Erwartungen der Arbeitgeberseite. Bei komplexeren Anforderungen in Bezug auf Fachkenntnisse und einschlägiger Berufserfahrung kann auch ein vorheriger Anruf Klärung bringen. In einer Bewerbung eine Fähigkeit anzugeben setzt also nicht voraus, sie unmittelbar aus dem Ärmel schütteln zu können. Sondern mit dem Urvertrauen an die eigene Lernfähigkeit mutig zu sein und sich selbst zu sagen Ich traue mir zu, das hinzubekommen.

Daher braucht niemand ein schlechtes Gewissen und Hemmungen zu haben, Kenntnisse zu versprechen, die erst perspektivisch entwickelt werden. Natürlich ist es der Glaubwürdigkeit eines Bewerbers zuträglich, sich diese bereits vor einem Vorstellungsgespräch in grundlegenden Zügen anzueignen. An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, dass unsere Arbeitswelt immer schnelllebiger wird. Der Anpassungsdruck ist enorm, und Arbeitnehmer müssen permanent Lösungen für neu auftretende Probleme finden. In vielen Positionen kommt es also auf die Schlüsselkompetenz an, sich das für die jeweilige Herausforderung relevante Wissen eigenständig aneignen zu können. Wer die Fähigkeit bei sich erkennt, kann überaus gelassen mit 30 Prozent der Erwartungen umgehen, die erst einmal fehlen.

Niemand kann erfolgreich sein, wenn es das Umfeld nicht zulässt

Last, but not least lassen sich Hemmungen und Blockaden dadurch vertreiben, in dem Bewerber die Verantwortung für den Erfolg in der neuen Position nicht bei sich alleine verorten. Nein, in aller Regel liegt es an den Rahmenbedingungen, ob ein neuer Mitarbeiter erfolgreich sein kann oder nicht. Wer anfangs nicht die erforderliche Zuwendung von den neuen Kollegen und der Führungskraft erhält, weil Onboarding nicht nur sprachlich ein Fremdwort ist, hat einen schweren Stand.

Auch die größte Einsatzbereitschaft führt dann nicht zu vorzeigbaren Resultaten. Gerade gut ausgebildete neue Mitarbeiter sind dann wie Hochleistungsmotoren, die im Leerlauf Vollgas geben und keinen Zentimeter vorwärtskommen. Aber diese Möglichkeit müssen Bewerber in Kauf nehmen. Ob es also die richtige Entscheidung war, sich bei einem Unternehmen zu beworben zu haben, werden neue Mitarbeiter frühestens dann erfahren, wenn sie dort ein paar Monate gearbeitet haben.

Ich hoffe, dass diese Perspektive dazu beiträgt, den Druck aus dem Bewerbungsprozess zu nehmen, Gelassenheit gegenüber den Arbeitgeber-Erwartungen zu entwickeln und insgesamt die Hemmungen vertreibt, den Hut wieder in Ring zu werfen.

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-10-21 05:27:552026-09-11 13:40:59Nur keine Hemmungen im Bewerbungsprozess!

Altersdiskriminierung: Woher sie kommt und was dagegen hilft

19. September 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Altersdiskriminierung ist mit voller Wucht in den Arbeitsmarkt zurückgekehrt. Mit Blick auf den angeblichen Fachkräftemangel darf dies durchaus verwundern. Was ist bloß los in Deutschland?

In den letzten eineinhalb Jahren waren die Zeichen der Zeit kaum noch zu übersehen. Deutlich mehr Menschen haben mein Coaching in Anspruch genommen, die selbst zu Beginn der Pandemie deutlich weniger Schwierigkeiten hatten, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in dem von ihnen bevorzugten Bereich zu finden. Auch wenn es aktuell (noch) keine eindeutigen statistischen Belege gibt, bin ich mir ziemlich sicher, dass hinter der wachsenden Altersdiskriminierung ein unguter Trend sein Unwesen treibt. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-09-19 06:28:442026-09-11 13:41:00Altersdiskriminierung: Woher sie kommt und was dagegen hilft

Auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter

21. August 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Disruptive Technologien verändern unsere (Arbeits-)Welt in ungeahntem Ausmaß. Auch wenn noch längst nicht klar ist, was genau auf uns zukommt, steht eines bereits fest: Die Menschheit tritt in ein neues Zeitalter.

Ein häufig gehörter Spruch während meiner Wehrdienstzeit war Nichts ist wechselhafter als die Lage. An ihn erinnere ich mich immer dann, wenn ich versuche, die Auswirkungen disruptiver Technologien auf die Arbeitswelt von morgen zu verstehen und für meine Klienten begreifbar zu machen. Denn die Veränderungen sind gleichermaßen rasant wie fundamental, weshalb Erkenntnisse von gestern oft die Trugschlüsse von morgen sind.

Rückblick: Im Dezember 2021 hatte ich mich an dieser Stelle schon einmal ausführlich zu Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz als Triade der Disruption geäußert. Nun wird es dringend Zeit für ein Update, denn seitdem hat sich vieles verändert. In erster Linie hat das Go-live von ChatGPT im November 2022 dazu beigetragen, dass nicht mehr nur IT-Profis in etwa verstanden, was für eine Monsterwelle da auf uns zurollt. Seitdem sind wir mehr oder gezwungen, den Entwicklungsprozess der Disruption neu zu bewerten.

Artificial General Intelligence rückt in greifbare Nähe

Bis dahin war ich noch der Auffassung, dass die Menschheit vor einem Megatrend stünde, wie es ihn mit der neolithischen Revolution, der Industrialisierung und der Einführung der Massenfertigung bereits dreimal gegeben hatte. Doch dann las ich im März 2023 ein Zitat von Christian Bauckhage, Professor für Informatik an der Universität Bonn: „(Künstliche Intelligenz) wird alles verändern, alles. Der Vergleich mit der Industrialisierung ist zu kurz gegriffen. Es wird mehr verändern. Was in den nächsten fünf Jahren durch künstliche Intelligenz mit der Welt passieren wird, wird alles in den Schatten stellen, was wir vorher gesehen haben.“

Zur Einordnung: Vor einem guten Jahr war KI bereits in der Lage, das neuronale Model von Hunden oder Katzen abzubilden, bis 2030 soll es dann einem Menschen entsprechen. Damit liegt die Artificial General Intelligence in greifbarer Nähe: Elon Musk prophezeite im März 2024, dass KI im kommenden Jahr intelligenter sein wird als jeder Mensch und bis 2029 intelligenter als alle Menschen zusammen. Das schließt auch Emotionen und das authentische Einstellen auf menschliches Empfinden und Bedürfnisse mit ein. Schon heute bewerten Menschen in aller Regel Chats mit KI-Bots (solange ihnen vorher suggeriert wurde, dass sie mit einer reellen Person kommunizieren) positiver als mit Menschen.

Das Alte verschwindet, das Neue ist noch nicht greifbar

In Kombination mit der Simulation von Bewegtbild und Sprache („Deep Fake“) ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann wir auf digitale Abbilder von Menschen treffen, die wir von reellen Personen nicht mehr unterscheiden können. Das mag für Menschen nicht so relevant erscheinen, die sich vorwiegend in der realen Welt aufhalten, aber seit der Generation Z wachsen junge Menschen vollständig in und mit der digitalen Welt auf. Daher ist es irrelevant für die Dynamik der weiteren Entwicklung, dass ältere Generationen diese Entwicklungen mehrheitlich ablehnen und nicht mitgehen.

Die Auswirkungen auf unser Leben werden noch viel immenser sein, als die allermeisten von uns sich das heute vorstellen können. Offensichtlich läuft die Disruption nicht darauf hinaus, dass alles besser oder schlechter wird. Die gegenwärtige Unsicherheit ist allerdings kaum zu leugnen. Sie rührt daher, dass das Alte langsam verschwindet, ohne dass bereits offensichtlich geworden ist, wie das Neue aussehen wird. Und das betrifft natürlich auch die Art und Weise, wie wir in Zukunft arbeiten werden.

Das Update des Job-Futuromaten gibt zu denken

Einen ersten Eindruck liefert weiterhin der Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Seit 2019 widmet er sich der Frage, zu welchen Teilen ein Beruf schon heute automatisierbar ist. Im ersten Quartal 2024 wurde die Berechnung weitgehend aktualisiert und berücksichtigt seitdem viel stärker den Einfluss von KI. Und die Durchschnittswerte der Automatisierbarkeit der damals von mir eher zufällig ausgewählten Berufe sind deutlich gestiegen:

  • Maschinenbau-Ingenieure von 44% auf 68%
  • CNC-Fräser von 80% auf 100%
  • Vertriebscontroller von 63% auf 75%
  • Personalreferenten von 50% auf 70%

Projektassistenten sowie Dolmetscher/Übersetzer standen übrigens damals schon bei 100%. Damit möchte ich im Übrigen keine Weltuntergangsstimmung verbreiten. Denn die Tätigkeiten werden nicht von einem Tag auf den anderen komplett aussterben, schon gar nicht in einem Land, das sich so schwertut mit vielen Facetten der Digitalisierung, wie Deutschland. Aber wir werden eher früher als später jeden Beruf neu interpretieren müssen, da sich die Berufsprofile fundamental wandeln.

Durch die Disruption werden neue Berufsbilder entstehen

Das wird einige Tätigkeitsbereiche stärker und andere schwächer treffen. Und natürlich werden einige Berufsbilder komplett verschwinden, aber das beobachten wir bereits seit 200 Jahren. Neu ist nur die Radikalität des Tempos und dass die Disruption die Berufswelt generell betrifft. Für viele Erwerbstätige ist in diesem Zusammenhang wohl die Frage naheliegend, welche Berufe überhaupt noch sicher sind.

Das ist leider recht schwer zu prognostizieren, aber auch nicht entscheidend, da es aus meiner Sicht nicht unbedingt die beste Perspektive für den Blick in die Zukunft ist. Denn wir sollten nicht von den Berufen ausgehen, die wir bereits kennen, sondern uns vielmehr mit den kommenden Chancen und Möglichkeiten auseinandersetzen. Denn es werden viele neue Berufsbilder entstehen, für die meistens eine exzellente Bildung Voraussetzung sein wird.

Wachsender Bedarf an komplexer Problemlösungsfähigkeit

In Schulen wie Hochschulen wird es noch stärker als bisher in erster Linie darum gehen, die Befähigung zur komplexen Problemlösung zu entwickeln. Deshalb wird die Relevanz erstklassiger akademischer Bildung in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Wem dieser Weg verschlossen bleibt, sollte auf die Bestandskraft unmittelbarer zwischenmenschlicher Kommunikation und Fürsorge in der Berufswelt setzen. Das trifft vor allem auf Tätigkeiten in der Sozialarbeit, also Erziehung, Bildung, Pflege und Therapie, zu.

Und solange künstliche Intelligenz nicht in der Lage ist, autonom innovativ zu sein (was viele Menschen als mögliche Apokalypse fürchten), wird es den menschlichen Geist immer dann bedürfen, wenn intellektuelle Kopien unzureichend sind. Denn hätte es KI bereits im Altertum gegeben, würde sie mit größtmöglicher Sicherheit behaupten, dass die Erde eine Scheibe sei. Daher lege ich nahe, der weiteren Disruption der Arbeitswelt sowohl mit wachsamem Auge als auch mit Neugier und Optimismus zu begegnen. Denn wir sind Zeitzeugen eines epochalen Wandels, der seinen festen Platz in der Geschichte der Menschheit schon jetzt sicher hat.

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-08-21 05:12:582024-08-21 05:12:58Auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter

Kennen Sie Ihre inneren Glaubenssätze?

15. Juli 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Glaubenssätze prägen unsere Persönlichkeit und unser Weltbild. Sie sind tief in uns verankert und schwer loszuwerden. Das ist aber überaus wichtig, wenn sie zu einem negativen Selbstbild beitragen oder ursächlich für tiefe Krisen sind.

Tatsächlich ist es nicht erforderlich, die inneren Glaubenssätze zu kennen. Wer gut durchs (Berufs-)Leben kommt, kann sie gerne unerforscht in sich ruhen lassen. Doch wenn von ihnen strukturelle negative Wirkungen ausgehen, kann die Reflexion der inneren Glaubenssätze notwendig werden. Manchmal ist sie sogar die letzte Lösung, wenn in der Krisenbewältigung alle anderen Ansätze nicht fruchten. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-07-15 05:36:062026-09-11 13:40:59Kennen Sie Ihre inneren Glaubenssätze?

Die Kunst der eleganten Kündigung

19. Juni 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Eine Kündigung oder Trennung ist im Berufsleben manchmal unumgänglich. Doch viele Arbeitnehmer halten aus den falschen Gründen zu lange an einem schlechten Job fest, während andere wiederum überstürzt flüchten. Doch es kann auch anders gehen.

Wer unzufrieden im oder mit dem Job ist, kann sich damit abfinden oder versuchen, die Gesamtsituation zu seinen Gunsten zu verändern. Über beide Optionen hatte ich zuletzt an dieser Stelle geschrieben. Manchmal fallen beide Möglichkeiten aber aus – dann bleibt nur noch die Trennung. Doch dabei können nicht nur aus rechtlicher Sicht Fehler passieren. Und es gibt es weitere Aspekte, die es zu bedenken, zu beachten und zu planen gilt. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-06-19 08:15:242026-09-11 13:41:00Die Kunst der eleganten Kündigung

So handeln Sie bei anhaltender Unzufriedenheit im Job

20. Mai 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Unzufriedenheit im oder mit dem Job kennt wohl fast jeder Erwerbstätige. Manchmal ist sie nur eine Momentaufnahme. Doch wenn das das Gefühl länger anhält, sollte gehandelt werden – vor allem, wenn Dritte daran einen großen Anteil haben.

Ein gutes Arbeitsverhältnis ist aus keiner Perspektive – Beschäftigte wie Führungskräfte – selbstverständlich. Für Arbeitnehmer besteht es aus der Summe vieler individueller Faktoren, die zusammen die materielle wie immaterielle Gegenleistung für die erbrachte Arbeitskraft darstellen. Zufriedenheit bedeutet meist, dass das Verhältnis stimmt. Entsteht aber eine Schieflage, steigt die Unzufriedenheit – und es kommt der Moment, zu handeln. Nur wie? Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-05-20 07:00:512026-09-11 13:41:00So handeln Sie bei anhaltender Unzufriedenheit im Job

Die Generation Z ist besser als ihr Ruf!

14. April 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Die Generation Z will mehr als nur einen Job. Doch viele Arbeitgeber beklagen sich über das scheinbare Missverhältnis von Anspruchsdenken und Leistungsbereitschaft. Selbst wenn die Zuschreibungen zuträfen: Führungskräfte und Kollegen müssen sich darauf einstellen.

Seit etwa vier Jahren strömen die Absolventen der „Gen Z“ in den Arbeitsmarkt. Schon bald werden sie als Berufseinsteiger die Millennials der Geburtsjahre 1980 bis 1996 vollständig abgelöst haben. Diese Generation ist nicht nur exzellent ausgebildet, sondern weist auch grundsätzliche Haltungen und Werte auf, die sich von ihren älteren Kollegen unterscheiden. Viele Arbeitgeber machen derzeit erste Erfahrungen mit diesen Jahrgängen – nicht immer sind es die besten. Das betrifft insbesondere eine vermutete Kluft zwischen hohen Ansprüchen und tatsächlicher Leistung.

Viele Klischees sind unzutreffend

Verallgemeinernde Klischees über die Generation Z, also der etwa zwischen 1997 bis 2012 Geborenen, prägen ihr öffentliches Bild. Kaum belastbar und leistungsfähig, dafür anmaßend in ihren Erwartungen und Forderungen – so heißt es landauf, landab. Diametral scheinen die Differenzen zu den Protagonisten der Vorgänger-Generationen, vor allem zu den Boomern in der Führungsebene vieler Arbeitgeber. Und sind selbst entlarvende Videos weinerlicher Berufsanfänger nicht lediglich die Spitze des Eisberges?

Ich teile diese Haltung nicht, da es sich bei der Generation Z kaum um eine homogene Gruppe handelt. Daher sollten wir auf generalisierende Vorwürfe besser verzichten. Darüber hinaus hat es in jeder Generation Leistungsverweigerer gegeben und Einsteiger, die sich mit ihren ersten Schritten im Berufsleben schwertaten. Und außerdem ist es mehr als verständlich, dass in extrem dynamischen und volatilen Zeiten junge Menschen andere Einstellungen, Wahrnehmungen und Prioritäten haben als ihre Eltern und Großeltern.

Es gibt kaum noch Erwerbstätige, die leben, um zu arbeiten

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass viele junge Menschen eine andere Haltung zur Arbeit aufweisen, die mit einer bestimmten Lebenskonzeption einhergeht. Vielleicht hat dies bei einigen auch mit einem reduzierten materiellen Druck zu tun, wenn etwa Papa und Mama die Eigentumswohnung in Friedrichshain finanzieren. Aber selbst ohne diese Variable werden wir kaum junge Menschen finden, die leben, um zu arbeiten.

Der Unterschied zu den anderen Generationen besteht nur darin, dass sich die Generation Z schon zum Berufseinstieg traut, sich gegen das Hamsterrad zu wehren: Immer mehr Berufsanfänger sind mit Anfang 30 fest entschlossen, keine Überstunden zu leisten oder nur noch in Teilzeit zu arbeiten. Nicht, weil sie für ihren Nachwuchs da sein möchten, sondern weil sie sich so entschieden haben. Gleichwohl habe ich festgestellt, dass die meisten von ihnen extrem motiviert sein und hart arbeiten können.

Die Ernüchterung kommt meist nach dem Studium

Das beginnt mit immer stärker strukturierten Studiengängen, in denen es längst nicht mehr um das Humboldt’sche Bildungsideal geht, sondern prüfungsfokussiert für die möglichst effiziente Jagd nach ECTS-Punkten. Viele Studierende investieren jede Menge Energie in ihr Studium, weil sie es als Voraussetzung für eine erfüllende Karriere begreifen. Der Übergang ins Berufsleben ist oft von einer Anfangseuphorie geprägt. Die lässt schnell nach, wenn Berufseinsteiger erkennen, dass es nicht darum geht, tagtäglich zu lernen und sich stetig weiterzuentwickeln, sondern eine Routine aufzubauen, um wiederkehrende Aufgaben effizienter lösen zu können.

Wenn dann toxische Führungs­kräfte und eine Unternehmens(un)kultur, die schlicht und einfach krank macht, hinzukommen, wenden sich viele desillusioniert ab. Diese Haltung bricht mit den Erfahrungen älterer Arbeitnehmer, die sich zumindest in der Selbstwahrnehmung in den ersten Jahren noch sehr viel mehr gefallen lassen mussten. Als Führungskräfte tun sie sich schwer, damit umzugehen, sowohl emotional („Ich musste mir das schließlich auch gefallen lassen!“) als auch mit Blick auf die organisatorischen Abläufe.

Wie sich Führungskräfte auf die Generation Z einstellen können

Vielleicht sind heutige Absolventen tatsächlich häufiger wohlstandsverwöhnt und nicht mehr so ausdauernd und resilient wie noch vor einigen Jahrzehnten. Aber anstatt das zu beklagen sollten sich fähige Führungskräfte darauf einstellen. In Zeiten des Fachkräftemangels bleibt ihnen eigentlich auch gar nichts anderes übrig. Im Umgang mit ihnen könnte überaus hilfreich sein, wenn

  • Führungskräfte viel kommunizieren und wertschätzend auftreten. Dabei zählt allerdings nicht ihre eigene Interpretation von Wertschätzung. Bei anhaltend hohem Krankenstand und Personalfluktuation stinkt der Fisch immer vom Kopf her.
  • Unternehmen sinnstiftende Arbeit bieten. Die Entfremdung von den eigenen Aufgaben – so viel Marx muss sein – kann durch hohe Gehälter und materialistische Statussymbole immer seltener ausgeglichen werden. Wie in der Produktwerbung wird es zunehmend wichtig, übergeordnete Ziele zu definieren und Narrative zu entwickeln, mit denen sich die Erwerbstätigen bestenfalls identifizieren können.
  • auch flache Hierarchien zunehmend verschwinden. An ihre Stelle rücken partnerschaftliche Be­ziehungen, in denen die Beteiligten sich im Wesentlichen dadurch unterscheiden, dass sie für unterschiedliche Aufgaben und Bereiche verantwortlich sind. Verantwortung setzt Vertrauen voraus und bedingt wohlwollende Begleitung im Rahmen der internen Ausbildung und Sozialisa­tion am Arbeitsplatz.
  • alle an ihrer zwischenmenschlichen Kommunikation arbeiten. Sie wird immer anspruchsvoller, weil uns in polarisierenden Zeiten mehr zu trennen scheint als zu einen. Konflikte über Generationen werden durch diver­gierende kulturelle Auffassungen und politische Ansichten noch verstärkt. Es bedarf sowohl einer Haltung, die den anderen verstehen möchte, als auch die technische Fähigkeit, sowohl gewaltfrei als auch adressatengerecht zu kommunizieren.

Daher appelliere ich an alle Führungskräfte: Nehmen Sie die heutigen Absolventen der Generation Z, wie sie sind. Begreifen Sie sie als ungeschliffene Diaman­ten, die die besten Voraussetzungen mitbringen, Ihre Betriebe und Arbeitsstätten zu bereichern. Denken Sie wie Unternehmer und sehen in ihnen die großen Chancen, anstatt sie auf mögliche Risiken und Defizite zu reduzieren.

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-04-14 07:35:052026-09-11 13:40:59Die Generation Z ist besser als ihr Ruf!

Woran KI bei Bewerbungen noch scheitert

17. März 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

KI bzw. künstliche Intelligenz verspricht Bewerbern schon heute große Unterstützung. Doch der Schein trügt. Und ein hochwertiges Bewerbungscoaching kann KI noch nicht ersetzen.

Es hört sich so verführerisch weil einfach an: Mit etwas Geschick in der Recherche geeigneter Prompts – wie die Befehle bzw. Aufforderungen an die KI genannt werden – und die Kenntnisse weiterer Tools werden Bewerbungen zum Kinderspiel. Minimale zeitliche Investition, kein Stress – und trotzdem größere Erfolgsaussichten als bisher. Schöne neue Bewerberwelt, könnte man meinen. Doch einige Defizite sind unübersehbar. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-03-17 07:00:292026-09-11 13:41:00Woran KI bei Bewerbungen noch scheitert

Mit einer Soloselbständigkeit erfolgreich durchstarten

18. Februar 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Soloselbständigkeit schreckt viele Menschen als zu risikoreich ab. Dabei kann dieser Weg nicht nur das tiefe Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit stillen, sondern bietet noch weitere Chancen und Vorteile.

Der Schritt in die Selbständigkeit ist für viele Erwerbstätige sehr groß oder gleich unvorstellbar. In erster Linie dominiert das diffuse Gefühl eines zu erheblichen Risikos, was wiederum Ausdruck eines gesteigerten Sicherheitsverlangens ist. Dabei kann bei Menschen mit einem großen Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit der Gang in die Soloselbständigkeit nicht nur den individuellen Neigungen entsprechen, sondern maßgeblich zu Gesundheit, Sinnhaftigkeit und Beständigkeit beitragen. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-02-18 10:40:042026-09-11 13:41:00Mit einer Soloselbständigkeit erfolgreich durchstarten

Wir müssen über Diskriminierung reden

25. Januar 2024/0 Kommentare/von Dr. Markus Karbaum

Diskriminierung in Personalauswahlverfahren ist eine nicht zu leugnende Tatsache. Einiges, aber nicht alles ist daran empörend.

In Deutschland ist es gesellschaftlicher Konsens, Menschen nicht aufgrund bestimmter Merkmale herabzusetzen oder herabzuwürdigen. Rechtlich versuchen wir diesen Anspruch vor allem durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu realisieren. Sehr deutliche Worte findet auch die Bundesregierung mit der Feststellung, dass eine Diskriminierung im rechtlichen Sinne jede ungerechtfertigte Ungleichbehandlung aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung ist. Weiterlesen

0 0 Dr. Markus Karbaum https://karbaum-consulting.eu/wp-content/uploads/2019/06/Logo_Karbaum_Consulting-265-100.png Dr. Markus Karbaum2024-01-25 14:19:422026-09-11 13:41:00Wir müssen über Diskriminierung reden
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  • Von der Kunst, Nein sagen zu können17. August 2026 - 6:13by: Dr. Markus Karbaum
  • Gehaltserhöhungen verhandeln: Das ändert sich durch die Entgelttransparenzrichtlinie14. Juli 2026 - 5:01by: Dr. Markus Karbaum
  • Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommt (nicht)7. Juni 2026 - 8:54by: Dr. Markus Karbaum
  • Von der Kunst, Nein sagen zu können
    von Dr. Markus Karbaum am 17. August 2026 um 5:13

    Nein zu sagen oder den Fluch der guten Tat zu vermeiden fällt nicht allen Erwerbstätigen leicht. Doch wie kann man dieser Falle risikolos entkommen? Wer den Karren am besten zieht, bekommt die schwerste Last aufgeladen – bis ihm der Rücken bricht. Diese auch als Lastesel-Paradoxon genannte Metapher kennt auch die englische Sprache: No good deed Der Beitrag Von der Kunst, Nein sagen zu können erschien zuerst auf Bewerbungen und Karriere erfolgreich gestalten.

  • Gehaltserhöhungen verhandeln: Das ändert sich durch die Entgelttransparenzrichtlinie
    von Dr. Markus Karbaum am 14. Juli 2026 um 4:01

    Gehaltserhöhungen zu verhandeln könnte zukünftig deutlich formaler werden. Denn durch die Entgelttransparenzrichtlinie gilt: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. Das muss nur bewiesen oder widerlegt werden. Zugegeben, es wird ein ziemlich technokratischer Beitrag und der längste, den ich hier jemals publiziert habe. Aber für meine treuen Leserinnen und Leser dürfte sich die Lektüre lohnen, im wahrsten Der Beitrag Gehaltserhöhungen verhandeln: Das ändert sich durch die Entgelttransparenzrichtlinie erschien zuerst auf Bewerbungen und Karriere erfolgreich gestalten.

  • Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommt (nicht)
    von Dr. Markus Karbaum am 7. Juni 2026 um 7:54

    Die Bundesrepublik Deutschland hat es versäumt, bis zum heutigen Tag die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht zu übertragen. Trotzdem wird sich einiges ändern, wovon in erster Linie Frauen profitieren sollen. Ab 7. Juni 2026 wären Arbeitgeber mit mehr als 100 Mitarbeitenden dazu verpflichtet gewesen, entweder das Einstiegsgehalt oder die verhandelbare Gehaltsspanne in der Stellenausschreibung anzugeben. Oder Der Beitrag Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommt (nicht) erschien zuerst auf Bewerbungen und Karriere erfolgreich gestalten.

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